Vor 80 Jahren. Fotos vom Kriegsende in Coesfeld

Sonderausstellung vom 19. September 2024 - 11. Mai 2026

Am Karfreitag, den 30. März 1945, endeten die Kriegshandlungen in Coesfeld. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt zu ca. 80 % zerstört. Regelmäßige Bombardierungen auf die Stadt begleiteten die Menschen in Coesfeld seit Juni 1940. Bei einem schweren Luftangriff am 10. Oktober 1943 starben 175 Menschen und fast 300 erlitten Verwundungen. In der Karwoche 1945 folgte der letzte große Luftangriff. Tausende Spreng- und Brandbomben fielen vom Himmel. Dann rückten die Alliierten mit ihren Panzern vor. Der britische Feldmarschall Bernard Montgomery verschaffte sich am 30. März einen Überblick über die Zerstörungen und Schäden der Stadt. Die größte Herausforderung und dringendste Aufgabe war zunächst die Beseitigung der Trümmerberge. Erst danach war ein Wiederaufbau möglich. Eine enge Zusammenarbeit von Militärverwaltung und kommunalen Verwaltungen war hierfür notwendig. Gerade diese Bereiche mussten sich rund um das Kriegsende personell neuaufstellen oder neue Strukturen schaffen. Der Wiederaufbau der Stadt dauerte Jahre. Solange konnte die Rückkehr zum Alltag bei den Coesfelderinnen und Coesfeldern nicht dauern.

 

Die Aufnahmen stammen alle aus dem Nachlass von Anton Walterbusch und befinden sich im Original im Stadtarchiv Coesfeld. Anton Walterbusch (1899 - 1971) zog 1927 nach Coesfeld und eröffnete dort ein Fotostudio. Er fotografierte während und auch nach dem Krieg im behördlichen Auftrag die Kriegsschäden der Stadt Coesfeld. Seine Aufnahmen geben einen sehr detaillierten Blick auf die damaligen Lebensverhältnisse wieder. Auch das Foto der 19 jüdischen Coesfelderinnen und Coesfelder kurz vor ihrer Depotation vom Dezember 1941 stammt von Anton Walterbusch.

 

Münsterstraße

Aufräumarbeiten 1943

Am 10 Oktober 1943 kam es zu einem massiven Luftangriff der Alliierten auf die Stadt Coesfeld. 296 Sprengbomben wurden gezählt. 113 Häuser wurden dadurch vollständig zerstört. 179 Häuser waren mittelschwer, 526 Häuser leicht beschädigt. Die Jakobikirche und der Jakobifriedhof wurden getroffen, ebenso wie 135 gewerbliche Betriebe, sechs Schulen und das Krankenhaus. 175 Menschen kam bei diesem Angriff ums Leben. Weitere 280 Personen wurden verletzt. Die Schadensliste nennt außerdem zehn Vermisste.

Blick in die Münsterstraße 2025

Auch heute noch gut zu erkennen sind der Turm der Lambertikirche und der obere Teil der Fassade der Münsterstraße 28.

 

 

Aufräumarbeiten und Beseitigung der Trümmer 1943

 

Das Foto zeigt die Aufräumarbeiten am 11. Oktober 1943. 

 

Der Bahnhof

Kurz vor Ende des Krieges griffen die Jagdbomber im März 1945 noch einmal gezielt die Nachschublinien im Fronthinterland an. Der Coesfelder Güterbahnhof wurde in diesem Zusammenhang mehrfach massiv aus der Luft angegriffen. Die dort befindlichen Truppen- und Munitionszüge wurden am 18. und 19. März so stark bombardiert, dass die Gleisanlagen nicht mehr verwendet werden konnte und der Eisenbahnverkehr vollständig eingestellt werde musste. 

 

 

Süringstraße

Der britische Feldmarschall Bernard Montgomery machte sich am 30. März 1945 ein Bild von der zerstörten Stadt Coesfeld.

 

Blick in die Süringstraße bei vergleichbarer Perspektive 2025.

Gut wiederzuerkennen sind der Turm der evangelischen Kirche und die beiden Häuser Süringstraße 7 und 9.

Mann und Kind in den Trümmern

Menschen in Trümmern

Blick auf die Lambertikirche und evangelische Kirche. Aufnahme aus dem Bereich Köbbinghof. 

Walkenbrückenstraße

Blick auf die evangelische Kirche von der Walkenbrückenstraße.

Walkenbrückenstraße mit Blickrichtung zur evangelischen Kirche 2025.

Wiederzuerkennen an den Umrissen der alten Kaplanei auf dem rechten Bildrand.

Das Kreishaus

Blick in die Letter Straße

Blick in die Letter Straße 2025. Gut wiederzuerkennen ist die Rundung des Gebäudes an der Ecke Schüppenstraße / Letter Straße auf der linken Bildseite.

Das Walkenbrückentor

Marktplatz

 
• © 2026 Weiterbildung & Kultur •