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Tag des offenen Denkmals: Stadtmuseum, alte Synagoge und Windmühle Lette öffnen ihre Türen
Am Sonntag (14.09.) erleben, was Denkmäler so wertvoll macht
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Am Sonntag (14.09.) findet der alljährliche Tag des offenen Denkmals statt, an dem im Stadtgebiet Coesfeld wieder drei interessante Denkmäler zur Besichtigung einladen. Mit dabei sind das Stadtmuseum DAS TOR im Walkenbrückentor, die alte Synagoge an der Weberstraße und die Windmühle in Lette.
Unter dem diesjährigen Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ wird an allen drei Orten ein Stück Coesfelder bzw. Letteraner Geschichte erfahrbar, was die Denkmäler so wertvoll macht. „Damit ist nicht nur der materielle Wert gemeint“, wirbt Citymanagerin Nicole Bodem: „Vielmehr stehen immaterielle Werte des Erfahrens, Gedenkens und auch der Gemeinschaft im Vordergrund. Jedes der an diesem Tag offenen Denkmäler ist daher für die Stadtgesellschaft unersetzlich.“
Die alte Synagoge und das Stadtmuseum DAS TOR sind am Sonntag (14.09.) von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im Stadtmuseum können die Dauerausstellung und die Sonderausstellung kostenfrei besucht werden.
Der Windmühlenverein Lette öffnet die Mühlentore am Denkmaltag von 10 bis 17 Uhr und bietet kostenlose Mühlenführungen und Kleinigkeiten für das leibliche Wohl an.
Stadtmuseum DAS TOR
Das Stadtmuseum Coesfeld befindet sich im historischen Walkenbrückentor an der Berkel-Umflut. Dieses ist das letzte noch erhaltene Tor der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung und wurde im Jahr 1339 erstmals schriftlich erwähnt. Es war nicht nur Befestigungsanlage, sondern fungierte auch eine Zeit lang als Zollstation und Gefängnis, wohingegen es heute ein Museum beherbergt. Nachdem das Walkenbrückentor im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und später wiederaufgebaut wurde, ist es bis heute eines der markantesten Gebäude des Coesfelder Stadtbildes. Die Ausstellungsfläche erstreckt sich auf mehreren Etagen vom Walkenbrückentor über die beiden seitlichen Anbauten. Seit 2020 bietet das Museum eine vollständig modernisierte, zeitgemäße Dauerausstellung und macht mehr als 1200 Jahre Stadtgeschichte anhand historischer Sachzeugen erlebbar. Ein einheitliches Gestaltungsprinzip mit räumlich getrennten Themeninseln erleichtert die Orientierung. Neben der Stadtgeschichte greift das Museum verschiedene Bezüge zur Baumbergeregion auf. Bereits seit dem Mittelalter war der rege Handelsaustausch für die Entwicklung von Coesfeld und die Region elementar, was hier eindrucksvoll deutlich wird.
Sonntag (14.09.) von 14 bis 17 Uhr offen, kostenlos und ohne Anmeldung, Mühlenplatz 3
Alte Synagoge
Schon seit ca. dem 14. Jahrhundert gibt es Belege für jüdisches Leben in Coesfeld. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte etablierte sich seit dem 17. Jahrhundert eine aktives jüdisches Gemeindeleben inkl. eines jüdischen Friedhofs. 1807 wurde mit dem Bau der Synagoge auf dem Grundstück der jüdischen Familie Hertz begonnen. Der Neubau konnte 1810 abgeschlossen werden. Die ehemalige Synagoge zählt zu den wenigen erhaltenen jüdischen Gotteshäusern Westfalens. Angegliedert war eine jüdische Schule, die bis 1921 genutzt wurde. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 konnten Nachbarinnen und Nachbarn das Anzünden des Gebäudes verhindern. Mit Kaufvertrag vom 17. Dezember 1938 gelangte das Gebäude in den Besitz des Nachbarn Dr. Vagedes. Nach dem 2. Weltkrieg war die Synagoge beschädigt aber nicht zerstört. Im Jahr 1962 kaufte die evangelisch-freikirchlichen Gemeinde 1962 die Synagoge. Der Gebäudeteil der ehemaligen jüdischen Schule wurde abgerissen. Bei der Renovierung des Gebäudes stellte man die Front des Thoraschreins und die barocke Empore wieder her. Am 20. März 1966 weihte Pastor Bärenfänger die renovierte ehemalige Synagoge ein, sie diente bis 2011 als Gottesdienstraum der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Seit 2012 ist das denkmalgeschützte Gebäude im Besitz der Stadt.
Sonntag (14.09.) von 14 bis 17 Uhr offen, kostenloser Besuch, Zur Synagoge/Weberstraße
Windmühle Lette
Die 1812/13 errichtete Windmühle ist ein frühes Beispiel für einen Mühlenneubau aus der Zeit der beginnenden Gewerbefreiheit in der Folge der napoleonischen Neuordnung. Die Mühle ist eine Achteck-Kappenwindmühle mit einer umlaufenden Galerie in der ersten Etage (auch Galerieholländer genannt). Der Unterbau steht fest und die Kappe wird in den Wind gedreht. Es ist eine Holzständerkonstruktion mit ebenerdiger Anlieferung, drei darüberliegenden Böden und Kappe. 1935 wurde der Windbetrieb eingestellt; ein Elektromotor trieb seitdem die beiden Mahlgänge an. Anfang der 1960er Jahre wird das Mahlen von Backgetreide eingestellt und auf Futtergetreide umgestellt. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Erhaltungsmaßnahmen an der Außenhaut mit teils knappen Mitteln durchgeführt. Ihr heutiges Aussehen mit Holzschindeln erhielt die Windmühle in den Jahren 1967 bis 1969. In diesem Zuge wurde auch die zuvor abgebaute Galerie wieder errichtet und ein Backsteinanbau abgebrochen. Als Wahrzeichen von Lette wurden die Flügel Richtung Ortskern gedreht. In den Jahren 2000 bis 2008 wurde die Technik von 1937 instandgesetzt. Der Mahlbetrieb mit Elektromotor zur Herstellung von Vollkornmehl wird regelmäßig einige Stunden pro Woche fortgesetzt. Die heutigen Besitzer hauchen der Mühle gemeinsam mit dem „Windmühlenverein e.V.“ neues Leben ein und wollen die Mühle wieder in den Windbetrieb nehmen.
Sonntag (14.09.) offen von 10 bis 17 Uhr, kostenlos und ohne Anmeldung, Mühlenesch 170
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