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DAS TOR - Stadtmuseum Coesfeld - zeigt Ausstellung „Kein Kinderspiel“

Die Schau zeigt Leben und Schicksale untergetauchter jüdischer Kinder der Grenzregion Niederlande-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges / Am Mittwoch, 21. Mai 2008, ist um 11 Uhr die Eröffnungsfeier mit Zeitzeuge Joop Levy / Das grenzübergreifende Projekt wird u. a. von der EUREGIOMozer unterstützt.


 

Coesfeld. „Ich bin ein echter Glücksvogel“ sagt Zeitzeuge Joop Levy heute. Der Sohn eines Viehhändlers stammt aus einem kleinen niederländischen Dorf nahe Bocholt und überlebte, als Kind mit seinen Eltern versteckt, auf einem Bauernhof in Lintelo, unweit von Aalten. Seit vielen Jahren ist Joop Levi Vorsitzender der Stiftung (Stichting) „Vrienden van Yad Vashem – Nederland“ und wird als Initiator der Ausstellung „Kein Kinderspiel“ diese im  Stadtmuseum Coesfeld am Mittwoch, 21. Mai 2008, um 11 Uhr eröffnen. Für interessierte Schüler zwischen acht und zwölf Jahren wird ein Film gezeigt, in dem Joop Levi aus seinen bewegten Jahren als untergetauchtes Kind eindrucksvoll erzählt.

Interessierte sind zur Eröffnung von „Kein Kinderspiel“ sehr herzlich von Herrn Dr. Hans-Hermann Westermann, Leiter des Fachbereiches Kultur und Weiterbildung der Stadt, und seinem Museumsteam eingeladen.

Die Ausstellung „Kein Kinderspiel“ erzählt die Lebensgeschichten jüdischer Kinder vor und während des Zweiten Weltkrieges. Kinder wurden als minderwertig erklärt, vom Leben ihres Wohnortes abgeschnitten, öffentlich beschimpft und verstoßen, und zum Schluss wurden sie auf unmenschliche Weise aus dem Leben ihrer Mitmenschen entfernt. Diese Ausstellung zeigt auch, dass Kinder selbst unter extremen Bedingungen Trost und Zuflucht im Spiel finden konnten.

Die wenigen der kümmerlichen Spielzeuge, die erhalten geblieben sind, erzählen eindringliche Geschichten: Von dem jüdischen Puppenfabrikanten, der plötzlich nur noch Puppen für jüdische Kinder machen durfte und an die Kleider dieser Puppen einen gelben Stern nähen musste, von „Ghettypoly“ – einem Monopolyspiel über das Ghetto Theresienstadt -, über einen Knuffelbären, der auch eine Lageruniform tragen musste.

Joop Levi wird am Eröffnungstag  in die sehenswerte Ausstellung einführen und besonders Schülern der Anne-Frank-Schule und der Theodor-Heuss-Schule von seinen Erlebnissen in den dunklen Jahren des Zweiten Weltkrieges erzählen und auch sein Flugzeug vorstellen, mit dem er in seinem Versteck als kleiner Junge gespielt hat.

Dr. Westermann und Kerstin Zimmermann danken ganz besonders der EUREGIOMozer,  dem Heimatverein Coesfeld e.V. und Reprodesign Lobbe  für die freundliche Unterstützung des Ausstellungsprojektes. 

Die Ausstellung „Kein Kinderspiel“ kann in der Zeit vom 21.  Mai bis zum 4. Juli 2008 besucht werden.

DAS TOR Stadtmuseum Coesfeld  ist in der Zeit von 10 bis 17 Uhr jeweils montags bis freitags für Interessenten geöffnet. Führungen für Schulklassen und Gruppen sollten unbedingt angemeldet werden bei:

 

Kerstin Zimmermann, Stadtmuseum „DAS TOR“, Mühlenplatz 2, 48653 Coesfeld, Tel. 0 25 41 / 88 00 18, Email: kerstin.zimmermann@coesfeld.de.

 


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