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EXLIBRIS Prof. Dr. Gertrude Schneider

Spuren des Wissens und der Erinnerung in den Büchern der Historikerin und Shoah-Überlebenden


Das Stadtmuseum DAS TOR und die Wolfgang Suwelack-Stiftung, Billerbeck, haben Schüler aller weiterführenden Schulen der Stadt Coesfeld am 10. Dezember 2015 zur Eröffnung dieser Wanderausstellung eingeladen.
„Meine Bücher sollen weiter sprechen, wenn die letzten Zeugen schweigen.“
Mit diesem Gedanken nahm die Shoah-Überlebende und Historikerin Prof. Dr. Gertrude Schneider, die seit 1947 in den USA lebt, 65 Jahre nach ihrer Befreiung Abschied von ihren Büchern. Es war ihr Wunsch, die Bücher in die Hände der Wolfgang Suwelack-Stiftung in Billerbeck zu geben, weil sie sich aufgrund des langjährigen und herzlichen Kontakts sicher ist, dass die Stiftung die Bücher in ihrem Sinne nutzt. Ihre Bücher werden verstanden als Bestandteil ihrer Erinnerung und Identität.

Das breite Themenspektrum bietet einen ungewöhnlichen Zugang zu einem Schicksal im „Dritten Reich“, individueller Auseinandersetzung und Fragen der Erinnerungskultur. Aufgrund des wachsenden zeitlichen Abstands wird es nicht mehr lange dauern, bis keiner mehr da ist, der aus eigener Erfahrung über die Zeit des Nationalsozialismus berichten kann. Es drängt sich die Frage auf, warum und wie weiterhin der NS-Zeit gedacht werden soll. Diese Tatsache und der Wunsch von Gertrude Schneider führten dazu, mit Hilfe der Bücher ihrer Biographie und Erinnerungsarbeit nachzuspüren und einen Bogen zu aktuellen Diskussionen über Erinnerungskultur zu schlagen. Ihre Bücher sind zudem Ausgangspunkt für zwei Interviews, die mit Gertrude Schneider geführt wurden. Zusammen mit den Büchern und einigen Dokumenten bilden sie die Grundlage dieser Ausstellung.

Die am 10. Dezember 2015 im Stadtmuseum DAS TOR eröffnete Ausstellung wurde erst durch Wolfgang Suwelack aus Billerbeck möglich, den seit vielen Jahren eine enge Freundschaft mit Gertrude Schneider verbindet. So ist es besonders ihm und seiner Stiftung zu verdanken, dass das Stadtmuseum Coesfeld das historische Gedächtnis  der Shoah-Überlebenden Gertrude Schneider in Coesfeld zeigen kann.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit Schülervertretungen aller weiterführenden Schulen der Stadt Coesfeld eröffnet. Viele Schüler hatten sich am Vormittag dieses geschichtsträchtigen Tages im Forum des Museums versammelt. War es doch der 10. Dezember 1941, an dem die Gestapo jüdische Bürger am frühen Morgen vom Schlosspark in Coesfeld abholte, um sie drei Tage später von Münster aus über Bielefeld und Osnabrück auf eine ungewisse Fahrt nach Osten in das Ghetto Riga zu schicken. Hier trafen zwei Monate später auch Gertrude Schneider, ihre Eltern und die jüngere Schwester mit den Juden aus Wien ein. Daniel Gollmann M.A. von der Villa ten Hompel, der die Ausstellung kuratiert hat, berichtete den Schülern von seinen Begegnungen mit Gertrude Schneider und führte in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung ein. Anschließend nutzen die Schüler die Gelegenheit zu einer ersten Begegnung mit der Historikerin und Shoah-Überlebenden Gertrude Schneider.

Das Stadtmuseum Coesfeld DAS TOR bietet ausstellungsbegleitend mehrere museumspädagogische Themen an, die sehr gute Anknüpfungspunkte zur Dauerausstellung „Verschwunden“ im 1. Obergeschoss des Museums ermöglichen. Entsprechende Informationen findet man in einem Flyer, der hier herunter geladen werden kann.

Fotos von der Ausstellungseröffnung

Die bei der Eröffnung gemachten Fotos können die anwesenden Schülervertretungen über das Stadtmuseum DAS TOR erhalten. Bitte melden bei: kerstin.zimmermann@coesfeld.de


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